Wenn man gerade die Zeitläufte auf den Punkt bringen müsste, was wäre dieser? Vielleicht: Die extreme Gleichzeitigkeit von allem.
Hackerangriffe: erst Bitcoin-Wallets, jetzt Patientenakten und Kraftwerke. Die Sonne verfinstert sich. In Cambridge reißt ein akademischer Hochstapler, gestern noch Liebling einer ideologischen Nomenklatura, eine ganze Institution mit sich. Und am Ende sich selbst. Brandmauern bröckeln, der 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer ging unter. Krieg und Crash liegen in der Luft, eine Mischung aus 1914, 1929 und 1939, in einen Hauch dadahafter Fragmentierung und surrealistischer Abstraktion getaucht.
Fauci wurde vom obersten Wissenschaftspriester derweil zu Herrn Kleinlaut, hinter Immunität und Aussageverweigung, nebst folgender Anklage wegen Missachtung des Kongresses. Donald Trump verkauft derweil Frühzugang zu seinen marktbewegenden Tweets und Postings. Abonniert den Börsenbrief zum Insiderhandel!
Verglimmt auch dieser Aufarbeitungsversuch in der Glut der nächsten Krise?
Dazwischen: brennende Wälder, ausgetrocknete Flüsse. Das Warten auf Armagoddot hat ein Ende!
Warten auf Armaggodot
Warten auf Godot. Zwei Männer stehen da, irgendwo an einem Weg, neben einem Baum, der kaum einer ist. Sie warten. Godot soll kommen. Aber Godot kommt nicht. Das Leben ist absurd, und muss doch Sinn ergeben. Also warten wir. Wir hoffen. Wir machen irgendwie weiter.
Am anderen Ende weiss man bereits, wer wir sind. Das Auto, in dem wir morgen sitzen, meldet unsere Daten an Geheimdienste weiter. Wir tragen die Wanze nicht mehr in der Hosentasche. Wir zahlen für sie.
Das alles ist kein Kollaps, sondern eine Kontraktion. An der Zeitmauer verdichtet sich alles, was falsch läuft, zu einem einzigen grotesken großen Gleichzeitig. Die industrielle Welt wird abgeräumt, die Kulissen der neuen werden aufgebaut, und wir stehen mitten im Umbau: Objekt noch, Akteur vielleicht. Neuen Sinn durch KI gefunden? Oder verpufft der Sinn durch sie wie der Beruf? Oder wird Sinn durch sie simuliert?
Die Frau des Anthropic-Gründers wollte eine Finanzierung für Porno-Drehs von Jeffrey Epstein. Keines der geschlossenen KI-Systeme vermag derweil Sicherheitsschwachstellen in Bitcoin-Wallets zu finden, die chinesischen Open-Weight-Modelle schon. Nur ein surrealer Zufall?
Die Einschläge kommen gerade näher, es wirkt wie ein Angriff auf alles: Lebensmodell, Identität, Infrastruktur.
Das Gegenmittel
Der Surrealismus ist real existierend geworden. Man kann ihn nicht widerlegen. Man kann ihm nur etwas entgegensetzen. Es heißt nicht Empörung. Empörung ist die Energie, in der das gegenwärtige Theater bezahlt wird, nämlich durch Aufmerksamkeit. Wer diese Energie ausgibt, finanziert die nächste Vorstellung.
Das Gegenmittel heißt Selbstwirksamkeit. Die schlichte, körperlich erfahrbare Gewissheit, dass die eigene Handlung in der Welt einen Unterschied macht. Ein Projekt, das man beendet. Eine Fähigkeit, die man erwirbt. Ein Mensch mit dem man sich vernetzt. Es braucht nicht die vielen. Es braucht die richtigen. Der Surrealismus lebt vom Zuschauer; er verhungert an dem, der handelt.
Der größere Bruder der Selbstwirksamkeit heißt Souveränität. Wem gehört dein Geld, dein Text, deine Identität, dein Schlüssel? Wer keinen eigenen Schlüssel besitzt, ist Gast im eigenen Leben. Und Gäste werden irgendwann gebeten zu gehen. Souveränität ist unspektakulär: eine Wallet, ein eigener Kanal, eine zweite Rechtsordnung, ein Netz aus Menschen für den Ernstfall.
Wo stehen Sie in Ihrer Entwicklung? Wie navigieren Sie durch den real existierenden Surrealismus?
Genau daran arbeiten wir in der Freischwebenden Akademie. Nicht als Nachrichtenersatz, sondern als Werkstatt: kognitive Souveränität, Krisennavigation, strategische Freiheit, Netzwerk. Vier Kammern, in denen aus Diagnose Handlung wird.
Ich starte die Freischwebende Akademie. Sind Sie dabei?
“Quand la vérité n’est pas libre, la liberté n’est pas vraie.” - (Wenn die Wahrheit nicht frei ist, ist die Freiheit nicht wahr)
Im Inner Circle wird daraus Präsenz. Eine Gruppe, die sich noch nie gesehen hat, ein autofreies Bergdorf in der Schweiz, Inputs und Austausch, Wald statt Bühne, dazu Kultur und regionale Kulinarik. Wer einmal in einem Raum stand, in dem alle bauen statt zu klagen, kennt den Unterschied. (Für Spätentschlossene: wenige Tickets für das Wochenende vom 28.08.-30.08. sind noch erhältlich).
Vernetze dich!
Heute entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung darüber, ob sie den Zuzug in die Schweiz auf 10 Millionen Menschen kappen will. Egal, wie es heute ausgeht, das Thema wird in den nächsten Jahren nicht verschwinden. Manchen Staaten laufen gerade die Bürger weg – den Schweizern wird es bei fast 30% …
Vielleicht stimmt der Satz aus Il Gattopardo gerade jetzt am meisten: Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.
Fangen wir bei uns an.
Jetzt, im Sommer des real existierenden Surrealismus.





