2 Kommentare
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Avatar von Mariam

Ich fühle, dass Ralf contra Sterbehilfe ist und somit auch meine Ansicht vertritt. Vielen Dank trotzdem für die guten Pro-Argumente. Dir, lieber Milosz, danke für die großartige Idee 🙏🏻🤗

Avatar von Rainer Niersberger

Zur Frage : Ralf vertritt die Position " pro". Ich gestehe ihm zu, sich bei der Argumentation dagegen durchaus bemüht zu haben, was nichts daran ändert, dass sie , auch der Sache selbst geschuldet, insgesamt und für ihn selbst argumentativ schwerer zu vertreten ist. Man " braucht" deutlich mehr " Krücken", gleitet vom Argumentativen in Ge - und Verbote und changiert zwischen dem " Ich" und , was die Sache zusätzlich erschwert, der Gesellschaft. Die Anti- position verlagert eine per se höchstpersönliche Angelegenheit ins Kollektiv, und zwar bereits als höchste Beurteilungsinstanz abstrakt vorher und konkret in jedem Einzelfall. Was aber logisch bedeutet, dass " die Gesellschaft" demokratisch mehrheitlich darüber befindet und nicht als Rechtfertigung der persönlichen Meinung herhalten muss. Das Ergebnis wäre offenbar ein " pro", wobei ich diese Verlagerung auf " die Gesellschaft" hier genauso ablehne wie in allen anderen höchstpersönlichen Fragen. Die Gesellschaft ist keine höhere Instanz, schon gar nicht in moralischen Fragen und als Kaschierung der eigenen , natürlich in jedem Fall zu akzeptierenden Bewertung. Im Kern geht es um die Frage der Reichweite des Selbstbestimmungsrechtes eines zut Ausübung fähigen Menschen in einer existentiell finalen Frage. Dass hier die schiere Dimension und Tiefe, die Endgültigkeit, die sachlich/ rationale Behandlung massiv erschwert und dazu führt, Auswege auch dann zu erzwingen oder zu verordnen, wenn sie nicht existieren, ist verständlich , aber kein Argument dagegen. Beide Positionen beinhalten insoweit gleich und zutreffend den Versuch einer anderen Lösung. Zum einen sind Gefühle, der ohnehin etwas verdächtig inflationäre Gebrauch der " Empathie" ist bezogen auf " die Gesellschaft" ebenso falsch wie untauglich. Das gilt für alle Menschen mit einer entsprechenden Distanz. Zu verordnen ist da nichts. Nicht einmal eine emotional positive Betreuung und Begleitung. Man darf einige dekadent/ regressive soziale und mentale Entwicklungen durchaus bedauern und kritisieren, anzuordnen ist da nichts. Und es sieht nicht so aus, dass sich an der nihilistisch/ hedonistischen Verfasstheit etwas positiv verändert. Insoweit ist die Hoffnung , ohnehin kein Argument, " man" könne hier alle !Entscheidungen qua " Empathie" wenden, illusorisch und vor allem für die konkret Betroffenen untauglich bis zynisch. Was natürlich alle real möglichen , von Ralf auch angesprochenen, Versuche nicht ausschliesst. Es hilft nicht, vor allem nicht denen, um die es geht, auf der Basis eines " idealen", aber irrealen Konstrukts zu argumentieren. Die Synthese, allein unter Berücksichtigung des von Ralf Vorgetragenen , ist damit rein logisch klar. Emotional natürlich nicht. Aber gerade dieser Unstand der tiefen Emotionaltät verbietet es, die Entscheidung des Indiviuums kollektiv zu überlagern und zu " ersetzen", durch eine moralische Vorgabe, was " die Gesellschaft" , wer immer sie auch ist und " wer" sie vertritt, zulassen darf und was nicht.