Freischwebende Intelligenz

Freischwebende Intelligenz

Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht

Warum schreiben? Und vor allem: Wie und über was? Heute lüfte ich mein Geheimnis. Zugleich ein Rückblick auf 5 Jahre Freischwebende Intelligenz.

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Milosz Matuschek
Jan. 04, 2026
∙ Bezahlt
Im alchemischen Wortlabor: Jedes mal eine etwas andere Mischung aber eine Zutat darf nie fehlen (Bild: KI)

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“So understand
Don't waste your time always searching for those wasted years
Face up... make your stand
And realise you're living in the golden years”

- aus: “Wasted Years”, Iron Maiden (auch akustisch schön und eine bessere Einschlafhilfe für Neugeborene)


Den Mutigen hilft das Schicksal – fortes fortuna adiuvat, heißt es so schön.

Nun ja, mal hilft das Schicksal, manchmal bekommt man aber auch das Bankkonto gekündigt oder wird von der Europäischen Union sanktioniert.

Ziemlich genau fünf Jahre schreibe ich hier nun für Sie. Gerade fällt es vielen schwer, optimistisch zu sein. Im Grunde könnte man sagen, ist die Lage jedes Jahr, jeden Monat etwas schlechter geworden. Die Schlinge zieht sich beständig enger um das freie Wort, die Meinungsfreiheit und damit den Urgrund von allem, was den freien Westen und auch Europa als Kontinent die letzten 250 Jahre ausmachte. Nicht durch Zufall sondern “by Design”.

Was kommt als Nächstes? Die Schlinge zieht sich zu (Netzfund: Twitter)

Wir erleben immer mehr Maßnahmen der Gängelung, immer deutlichere Verdrehungen der Wahrheit, immer krasser zur Erscheinung tretende Heucheleien und Lügen, den unabweislichen Befund, dass es nirgends um Evidenz, Wahrheit im weitesten Sinne, Aufarbeitung oder Aufklärung geht, zum Beispiel in Sachen modRNA-Impfstoffe, sondern darum, bei sämtlichen Themen von öffentlichem Interesse einen Sumpf von Vertuschung, Korruption und Vetternwirtschaft am Laufen zu halten.

Es ist ein Staatsstreich im Schneckentempo, ein echter Putsch, in dem Gesellschaften zerstört, Länder demoralisiert und ein technokratischer Moloch namens EU, dem kein Vertrag je die Kompetenz für das Strafrecht zugewiesen hat, inzwischen schärfer sanktioniert, als es jeder Rechtsstaat darf.


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Ich wollte diesen Text schon längst geschrieben haben und irgendwie bereitet man sich ja ein Weilchen auf sowas vor. Man blickt nicht jede Woche oder jeden Monat zurück, sondern nur einmal im Jahr und eben nur einmal auf die letzten fünf Jahre.

Wenn ich mir überlege, was im Kern mein Schreiben ausmacht und warum ich das mache, würde ich sagen: Alles beginnt immer mit einem gefühlten Impuls, einer Anfangsenergie, manchmal mit einem Gefühl oder einer Gedankenschleife. Dieser Impuls ist ein geistiger. Er will heraus, er will materialisiert werden. Er muss in die Welt. Das ist in mir drin, es ist “das Gesetz, nachdem ich angetreten” bin, wie Goethe schreiben würde: Eine Art Schwingungsmaschine mit Worten zu sein, die irgendwie nicht aufhört zu produzieren und die zur Lebensmitte dem hoffentlich immer näher kommt, was man soll, weil man ja muss, also eine Nötigung (Ananke): “Da ist’s denn wieder, wie die Sterne wollten: Bedingung und Gesetz; und aller Wille ist nur ein Wollen, weil wir eben sollten.”

Die ersten Texte, Bücher und Red Flags

So blicke ich inzwischen auf den Journalismus der letzten fünf Jahren gänzlich anders zurück, als auf die ersten Texte vor 20 Jahren, als der Impuls noch eher aus dem Wunsch bestand, neben meinem Jurastudium auch mal meinen Namen in einer Zeitung lesen zu dürfen und sich dann in der Münchener Mensa “als frisch publizierter Autor” mit dem teureren Menü auf dem Tablett zu belohnen (ich glaube diese zwei Texte waren meine ersten überhaupt in einer gedruckten Zeitung, der erste war über 20 Jahre her – nach meiner Erinnerung für ca. 130 Euro Honorar).

Inzwischen gäbe es wohl niemanden, der mir ein besseres Angebot machen könnte, als dieses: Nämlich, für Sie schreiben zu dürfen, über alles, was ich will, immer wieder und nach dem Impuls, der eben gerade hochkommt. Ich habe ein “seltsames”, “eigenartiges” und “merkwürdiges” Leben als publizistische “Laufbahn” angehäuft und ich nehme die deutsche Sprache in ihrer schönen Zweideutigkeit hier gerne wörtlich: es muss etwas zusammen kommen, dass ein Text würdig ist, bemerkt zu werden, selten zu sein und in einem endlosen Meer von kostenfreien Worten im Internet auch noch “von eigener Art”. Irgendwie bin ich aus jedem noch so lockeren Redaktionskorsett rausgewachen (worden) – NZZ, Schweizer Monat, Nebelspalter, Weltwoche – hatte für jedes Buch einen eigenen Verlag (affiliate link, ich bin am Kauf beteiligt, für Sie entstehen keine Zusatzkosten) und bin somit letztlich wieder bei mir selbst herausgekommen, mit allen Vor- und Nachteilen. Ich habe mir das alles nicht bewusst ausgesucht. Es auch nicht immer leicht, “ich” zu sein. In der Verlagswelt gilt permanenter Verlagswechsel übrigens als absolute “Red Flag”…

Doch all das darf ich erst dadurch tun, dass ich angefangen habe, Dinge in Frage zu stellen: Die Narrative und Glaubenssätze waren süß und wurden sauer, bis sie gärten; Jeder beginnt wohl irgendwann, es sich in seiner Weltsicht behaglich einzurichten, daraus eine bequeme, warme Badewanne machen, in die man sich legen kann, ein Weilchen sogar liegen darf, bis man merkt: Irgendwann wird es kälter und kälter und die Hände werden schrumpeliger und schrumpeliger. Und wenn man dann raus will, merkt man: Ich liege bereits unter einer Eisdecke. Und bevor mir das passierte, habe ich das Bad bisher stets verlassen. Hinzu kamen die Glaubenssätze aus dem Journalismus: “Kaum noch feste Stellen” – “Die Menschen lesen halt nicht mehr”– “Niemand will lange Gespräche im Internet hören” – “Die Aufmerksamkeitsspanne beträgt zehn Sekunden” – “Keiner bezahlt für freien Journalismus”. Was hat man vor zehn Jahren noch gelacht: “Wenn du eine Information verstecken willst, sag sie in einem Podcast.” Und irgendwann: “Glauben Sie nur den Qualitätsmedien und offiziellen Informationen.” Sicherlich.

Die Welt ist inzwischen durch die Medienrealität geteilt. Zwischen oben und unten, links und rechts ist das Zweistromland entstanden, ein neuer, gefährdeter Nicht-Ort, ein reales Utopia mit inzwischen einer Reihe von zugkräftigen “Zentralen Randerscheinungen”, von Kayvan Soufi-Siavash, Tom-Oliver Regenauer über Bastian Barucker, Aya Velazquez, Henning Rosenbusch, Ben Bernd (Ben ungeskripted), Hoss & Hopf und vielen mehr (Gunnar Kaiser soll hier nicht vergessen sein). Zwischen Mainstream und Newstream hat sich ein neues Feld aufgetan, eine neue Energie, die sich in Zeit und Raum hineinfräste. Wenn ich heute Medien konsumiere, stelle ich mir deshalb zuallererst die Frage: Welche Energie löst das in mir aus, was ich da anschaue? Und welche Energie trage ich vielleicht in meine Texte? E-motion als energy in motion.

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Das ist für mich letztendlich Schreiben: Einen Energiewert auffinden, die Energie in einen Text einzufangen, ihn hinauszusenden und zu sehen, wie sich dieser Energiewert entfaltet. Es kann etwas haben von einer Detonation mit Zeitzünder. Oder von einem Blindgänger. Die Worte sind stets der Code, mit dem der Energiewert beim Empfänger entschlüsselt werden kann, um als geistige Nahrung aufgenommen werden zu können und etwas auszulösen. Das verbindet Publizistik, wie ich sie verstehe, mit Informatik: Die Kunst, Dinge so zu benennen, dass eine nahezu zwangsläufige Reaktion erfolgt. Bleibt diese aus, hat der Code vielleicht einen “Bug”.

Manche Energien verfangen sofort, manche werden zu einem Flächenbrand, andere inkubieren und entfalten sich später – aber ohne Resonanz, selbst die kleinste, ist nichts auf der Welt. So entsteht mit der Zeit ein informatorischer Fleckenteppich an Texten, ein organisches Gebilde, das lebt und mit der Umwelt korrespondiert und reagiert.

Wenn ich einer Regel treu geblieben bin, seit fünf Jahren, dann war es diese: Ohne Impuls der gespürten Wichtigkeit schreibe ich quasi nicht und inzwischen auch fast nicht mehr auf Zuruf oder im Auftrag. Ich schreibe auch nicht, weil ich denke, dass es wieder mal an der Zeit wäre, irgendwas in Worte Gefasstes an Sie zu senden, was vielleicht ohne Belang ist, aber Sie davon abhält mit ihren Kindern zu spielen, mit ihrem Partner zu schmusen oder sich am Hals zu kratzen. Ich schreibe nur, wenn ich weiß, dass das, was ich schreibe, etwas in Ihnen bewegen wird. Ob Sie das jetzt schon wissen oder vielleicht erst später, ist egal. Nur so bleibe ich agil, nur so bleibe ich authentisch. Und nur so ist das, was ich schreibe: echt.

Wer anfängt, sich zu trainieren in der Suche nach dem Echten, das eben diese Energie verkörpert, der findet sie immer wieder, denn diese Energie zieht einen irgendwann an. Und so geht es mir auch, wenn ich andere Medien konsumiere, mich auch manchmal frage: Wieso hört man eigentlich immer wieder die gleichen Leute immer wieder fast das Gleiche sagen? Und das eine wird viraler gespielt, das andere weniger viral. Und ist das nicht alles eigentlich völlig egal, ob das viele Likes oder wenig hat? Vor kurzem hat Nicolas Riedl von Manova sich ein bisschen beschwert, er nannte es Cancel Culture, was ich seltsam finde, dass Ken Jebsen bzw. jetzt Kayvan Soufi-Siavash, doch so viele Likes bekäme und so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehe und andere eben nicht. Als wäre Aufmerksamkeit eine feste Ressource, die letztendlich ein Nullsummenspiel ist, eine Wiese, die abgegrast wird von den einen, wo dann für andere nichts übrig bleibt.

Ich habe letztens etwas zufällig (wenn man an Zufälle glauben mag) die Probe aufs Exempel gemacht: ein Schwingungsexperiment.

Mein Riechsalz ist die Tagespresse

In letzter Zeit hatte ich, ein quirliges, unglaublich süß riechendes Stück Leben auf den Händen wippend, begonnen, wieder etwas mehr Podcasts zu hören. In naher Abfolge habe ich zwei Autoren sprechen hören. Der eine war Kayvan Soufi-Siavash und der andere Ulf Poschardt. Das eine war ein Podcast mit “Ben ungeskriptet” und das andere waren Auszüge aus dem Hörbuch “Shitbürgertum”.


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Ich musste wieder zurückdenken an die Situation vor fünf Jahren, als alles, nämlich auch das, was seitdem hier passierte, seinen Anfang nahm. Der Appell, der Rauswurf bei der NZZ, die Episode mit Ken Jebsen, der Urheberstreit und so weiter. Wegen Jebsens Podcast kündigte mir die NZZ, Jebsen löschte den Podcast, bot mir eine Kolumne, die ich nicht wollte, das war’s. Dumm gelaufen für mich. Oder gut gelaufen. Jebsen stieß mich durch die Drehtür. Zeitgleich rief Poschardt von der Welt in Berlin an: Ob ich nicht bei der Welt Kolumnist werden wollte? Andere meldeten sich auch, doch mir fehlte der Impuls.

Ich wusste, dass ich damals etwas Neues machen will und etwas Eigenes machen muss: “Dem Gesetz folgen nach dem ich angetreten”. Heute bin ich froh, dass mich die Drehtür nicht zu Springer in Berlin bugsiert hat. Wann ich wohl dort rausgeflogen wäre: Noch während bei Corona oder erst bei Israel-Gaza?

Jedenfalls spüre ich, je nachdem, wem ich zuhöre, wie sich ein Gefühl manifestiert, fast sofort. Das Gefühl von richtig oder falsch, von echt oder fake. Der Bullshitfilter geht unweigerlich an. Und ein Gefühl stellt sich ein. Bei Kayvan war es Mut, bei Poschardt war es Wut. Aus allem, was Kayvan sagte, sprach eine Form von anarchischer Lebensweisheit: das Geistige ist unzerstörbar, Angst vor dem Tod ist sinnlos, die Zensoren hassen das freie Wort, weil sie es fürchten und letztlich nicht aufhalten können. Worte können Reaktionen und Veränderungen materieller Art durch geistige Inhalte hervorrufen. Und das kann sonst nur Magie.

Und dann höre ich Poschardts “Shitbürgertum”. Und ich weiß, wir hätten uns wahrscheinlich eine Weile sehr gut verstanden. Wir hätten über Porsche und Ferrari gesprochen, ein paar nette Bars besucht und vielleicht philosophiert. Aber im Kern hätten wir beide gewusst, passen wir nicht zusammen. So wenig wie ich zur Welt gehöre, nehme ich ihm das Pseudo-Punkige ab. Und so höre ich sein Schildbürgertum, diese langen, tranigen Sätze, die wohlfeile Kritik am Moralismus der anderen und denke mir: Radikalisiert durch Corona? Wie zeigte sich das nochmal? Nicht-radikalisiert durch Israel-Gaza? Wer spricht da? Irgendwie eine Kunstfigur aus einem Verlag, der noch jedem Bösewicht einen Preis umgehängt hat, von den Biontech-Gründern über Zuckerberg bis Sam Altman. Nichts passt dort zusammen: Meinungsfreiheit verteidigen aber mit Palantir kooperieren, Antisemitismus bekämpfen und von geraubtem Land profitieren. Migration und Merkel waren super, bis sie schlecht war und Merkel weg war, einen ukrainischen Propagandorden (Dritter Klasse) bekommt auch niemand umsonst verliehen. So ist Koshardt jemand, der gefallen ist, wie ein Minister oder wie ein Butterbrot, immer auf die gute Seite, vom SZ-Magazin hoch (runter?) zur Welt, O tempora, o humores.

Man wünscht sich die Zeit herbei, wo jedenfalls nicht nur der Mainstream fällt, sondern auch die falschen Kritischen dieser Tage. Mit Kritisch-gut gelaunten “anderen Blicken” spalten sie angeblich den Nebel, dabei bewirtschaften sie Haltungen, die immer durch feste Grenzen gedeckelt sind. Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht, hieß es mal in der Kindersendung 1, 2 oder 3. Ob dieser Moment schon 2026 kommt?

Mein Geheimnis: Ein Tipp für junge Autoren

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Was ist das Geheimnis guten Schreibens, werde ich oft gefragt.

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