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Wie wird man Fremdherrschaft los?

Gegen eine Revolution der Manager gibt es nur ein Gegenmittel: Die Revolution der Vielen.
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Wann erkennen die Menschen ihre Macht? (Bild: Netzfund)

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Der Kampf um Freiheit ist ein unendlicher Prozess. In den nächsten Tagen erinnern sich Christen an die Hinrichtung eines konterrevolutionären Zimmermanns in dem von den Römern besetzten Palästina. Die Schweiz von heute gäbe es nicht, hätte man sich nicht der Fremdherrschaft durch die Habsburger entledigt. Die Tatsache, dass Deutschland de facto seit Kriegsende immer noch ein besetztes Land ist und als Vassallenstaat eines niedergehenden amerikanischen Imperiums keinem angenehmen Schicksal entgegengeht, ist vermutlich der schweigenden Mehrheit so unbekannt, wie die wahre Urheberschaft der Nordstream-Sprengung. Die Folgsamsten sind stets diejenigen, die sich für besonders frei halten.

Die Revolution der Manager

Auf globaler Ebene, also dort wo die Macht von Nationalstaaten an ihre Grenze gerät, sich die Macht von supranationalen Herrschaftsgebilden aber noch nicht vollends entfalten kann, breitet sich am ehesten eine Managerherrschaft aus. Schon Aristoteles sprach davon, dass diejenigen herrschen sollen, die das Land besitzen. Herrschaft aufgrund von Eigentum war für den Philosophen legitim. Im Idealfall hatten die Armen auch etwas davon und das Ganze war halbwegs stabil. Herrschaft aus Besitz hat etwas zwingendes. Wer etwas besitzt ohne es zu beherrschen, besitzt es entweder nicht, oder weiss nicht, was er tut. Schon seit der Antike hatte echte Demokratie deshalb einen schweren Stand, denn die Besitzenden hatten die Befürchtung, dass die besitzlose Mehrheit sie durch ein Mehrheitsvotum schlicht enteignen könnte. Demokratie kann deshalb auch heute nur die Fassade der Volksherrschaft sein, bei welcher die vermeintliche Entscheidungsgewalt beim Volk liegt, welches an den tatsächlichen Machtverhältnissen durch Wahl letztlich jedoch nichts ändern kann. Oder anders gesagt: Würden Wahlen etwas verändern, wären sie verboten.

Machtkonzentration lebt von Pseudo-Vielfalt. Hier am Beispiel der Automobilindustrie (Screenshot: Business Insider)

Das 20. Jahrhundert war von der Frage geprägt, ob denn nun der Sozialismus oder der Kapitalismus den Sieg davon trägt. Doch schon 1942 brachte der Philosoph und Soziologe James Burnham, der sich später vom Trotzkisten zum Konservativen wandelte, eine Alternative ins Spiel: „Die Revolution der Manager.“ Damit ist die Herrschaft einer Elite von Industriekapitänen gemeint, die mit der Herrschaft des Volkes und der Macht der Politiker konkurriert. Diese Manager-Elite kann schnelle Entscheidungen von erheblicher Bedeutung herbeiführen, und damit die Politik vor sich hertreiben. Sie ist im Gegensatz zum Volk unendlich besser organisiert, der Kontakt zu anderen Industriekapitänen ergab sich früher durch den Golf- oder Tennisclub, heute fungiert auf globaler Ebene das WEF in Davos als Kontaktbörse für die Technokraten von morgen. Der Manager von heute ist relativ austauschbar, er ist letztlich Erfüllungsgehilfe der Interessen der Firmeneigentümer. Je besser er diesen dient, desto länger und lukrativer bleibt er im Amt.

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Totalitarismus entsteht, wenn Politik, Managerelite und Medien gemeinsame Sache machen. Die Managerelite kann Ziele entwerfen und verwirklichen lassen und hat die Mittel, um Politiker in einen Wettbewerb darüber zu schicken, wer diese Ziele am besten erfüllt. Zentral ist dabei die Stellschraube der Medien, die oft ebenfalls den Besitzenden gehören und eine doppelte Funktion erfüllen: Sie sind Sprachrohr für die Ziele der Besitzenden. Und sie sind die Börse der Beliebtheit der Politiker, also das Disziplinarorgan der Besitzenden gegenüber den Politikern. Der Journalist selbst hat darin die Funktion der austauschbaren Sprechpuppe, er kann für eine gute Kampagne ruhig mal geopfert werden (siehe obiges Video).

Aus Sicht des Managers ist die Politik so etwas wie das operative Geschäft, und die Manager-Elite sitzt im Aufsichtsrat und kann den Daumen heben oder senken. Die Spur des Geldes ist die Spur des Eigentums und die Spur des Eigentums ist die Spur der Macht. Wem gehören die großen börsennotierten Unternehmen? Zu einem gewissen Prozentsatz ist das immer Blackrock, Vanguard und State Street. Und wem gehören Blackrock, Vanguard und State Street? Wer auf der Suche nach der eigenen Freiheit ist, sollte sich stets fragen, wer sich als sein Beherrscher aufführt.

Die Revolution der Vielen

Die Mittel des Bürgers gegen die Politik sind Abwahl, Streik und Revolution. Und gegen die Managermacht? Hier ist es weniger eindeutig. Boykott der Produkte? Sicher. Noch wirksamer ist jedoch Konkurrenz. Wer nach Monopolen strebt, hasst Konkurrenz. Die Macht der Managerelite beruht auf den falschen Bedürfnissen der Untergebenen und deren Abhängigkeit davon. Wer an neuen Strukturen arbeitet, bekämpft automatisch das Monopol der Besitzenden. Die einfachste und derzeit aussichtsreichste Revolution habe ich zuletzt bereits vorgestellt: Bitcoin. Leichter ist ein opt-out aus dem bisherigen System nicht möglich. Im Grunde braucht es dafür nicht mehr als eine Überweisung, einen Vermögenstransfer raus aus dem Fiat-Geldsystem in ein alternatives Geldsystem.

Freischwebende Intelligenz
Anleitung für eine Revolution
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Auch Bitcoin funktioniert über ein Anreizstruktur, und diese lautet für den Anfang schlicht: Gier. Die meisten Menschen lernen Bitcoin über die Spekulationsebene kennen, bevor sie erkennen, dass darin auch ein revolutionäres, gesellschaftsveränderndes Potential steckt, welches geeignet ist, eine Machtverschiebung weg von den Einzelnen und hin zu den Vielen zu bewerkstelligen.

Wie also wird man Fremdherrschaft los? Indem man an den Maßstäben und Metriken der Macht rüttelt und diese ersetzt.

Ostern ist eine gute Zeit, um darüber nachzudenken.


Hinweis: In Kürze beginne ich eine neue Serie und zwar zu dem Themen-Komplex “Bevölkerungsreduktion”, an dem ich seit mehreren Monaten arbeite. Sie können mir hierzu gerne Ihre Fragen, Bemerkungen oder Material schicken. Sie erreichen mich über kontakt@idw-europe.org oder indem Sie auf diese Mail antworten. Vielen Dank an alle, die mich bereits angeschrieben haben und mir wertvolle Hinweise gegeben haben!


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Milosz Matuschek