Na, wer hat Sie im letzten Jahr befreit?
Das Manifestieren ist in aller Munde. Was ist dran? Vielleicht mehr, als Sie denken.
„Dein echtes Handeln wird sich selbst erklären – und auch deine anderen echten Handlungen. Deine Konformität erklärt gar nichts.“
- Ralph Waldo Emerson “Self-Reliance”
Das Thema Manifestieren ist in aller Munde. Es klingt zu schön, um wahr zu sein, nach etwas irgendwo zwischen weißer und schwarzer Magie: mit der Kraft der Gedanken neue Zustände schaffen? Einfach so, aus dem Nichts? Wie viel vom Richtigen muss man dafür geraucht haben?
So dachte ich auch lange. Sehr lange. Doch heute denke ich anders darüber. Weil ich es ausprobiert habe. Weil es bei mir wirkte und immer wieder wirkt. Aber nicht so, wie viele denken. Und nein: das ist weder eine 100%-Anleitung, noch zweckoptimistisches Hopium, noch irgendein Hokuspokus. Sondern schlicht meine Meinung zu einer unterschätzten Form der Eigenprogrammierung sowie zum bisher unbelichteten Teil der möglichen Erzeugung eines gesellschaftlichen Kraftfelds der Veränderung.
Doch dazu gleich mehr. Erinnern wir uns kurz ein Jahr zurück. Welche Stimmung gab es Anfang des Jahres 2025?
Trump & Musk waren das neue Dreamteam, endlich wird in Washington aufgeräumt, der (ausgerechnet) reichste Mann der Welt war oberster Sumpfaustrockner in der Witz-Behörde Doge (benannt nach einem Hunde-Coin), alle sollten zittern, alles sollte auf den Tisch kommen, alles anders werden, ja, auch die Epstein-Files, die große Aufklärung usw.
Nun, der Hundecoin ging vor die Hunde, Musk bekam ein echtes blaues Auge (öffentliche Symbolik ist nie ganz zufällig), dann das Ende von DOGE, das Ende der bromance von Musk & Trump, die Krypto-Hoffnungen in Trump sind heute am Boden, die Trump-Familie hat ihre Shitcoins und Nebenprojekte gestartet, die Epstein-Files kamen erst gar nicht, jetzt dafür gebündelt und doch wieder selektiv.
Irgendwie alles wie gehabt: Die Befreier nutzen das Hopium zur Eigenbereicherung, viel Chaos, kaum Konsequenzen, die Realität ist ein Ohnmachtshindernisparcours. All das will der Nihilismus unserer Zeit: Jede Hoffnung zerstören, jede moralische Instanz entleeren, jeden Wert ad absurdum führen, jeden Ausweg aus der Spirale negativer Selbstbekräftigung verbauen. Ja, es ist schwer, sich abzuwenden, noch schwerer, hinzuschauen und fast unmöglich, dabei nicht desillusioniert zu werden.
Der Weltenbruch als Realität
Die Welt wirkt heute, als stünde sie vor dem Zerbersten: Regelbasierte Ordnungen, die obsolet zu werden scheinen; lange Jahre sicherer Allianzen, die nicht mehr tragen. Wirkte die Welt in den letzten Jahren ohnehin schon so, als stünde sie auf dem Kopf, dann kommt es einem gerade vor, als würde sie erneut durchgeschüttelt werden; ob aus diesem Chaos eine Ordnung erwächst oder ob daraus nur eine gewollte Unordnung geschaffen wird, die den Boden für eine neue Dimension des social engineering bereitet, all das bietet derzeit mehr Raum für Spekulation als sichere Antworten.
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Der Strudel des Nihilismus, der Demoralisierung und Entwertung aller Werte dreht sich seit der Veröffentlichung der Epstein-Files noch ein wenig schneller als bisher und lässt den Beobachter mit Schwindelanfällen zurück. Die Weltgeschichte wirkt wie eine übergroße Waschtrommel, in der jedoch nur der Dreck herumgewirbelt wird, ohne, dass am Ende etwas Sauberes herauskommt. Wer seinen Kopf zu lange in diese Waschtrommel steckt, kommt jedenfalls nicht wirklich erleuchtet heraus, sondern ist selbst beschmutzt durch die geistige Intoxikation, die damit einhergeht.
Wie also hält man den Geist sauber, die Gedanken rein und das Herz in der Frequenz der Hoffnung und Zuversicht? Schon die Stoiker wussten, dass man sich dem zuwenden sollte, was man verändern kann. Doch in einer Welt der psychologischen Operationen, der Fragmentierung von Konzentration, der Bespielung der Leidenschaften sowie der immer groteskeren Aufmerksamkeitskaperung ist der menschliche Geist, also das, was unser eigentliches Kraftfeld der Veränderung ist, selbst zum Schlachtfeld geworden.
Dabei ist die Rückeroberung des Geistigen genau die Aufgabe unserer Zeit und wer sie annimmt, braucht weder Gurus, noch Retter, noch Projektionsobjekte, sondern muss nur die größte Kraft entdecken, die es zu entdecken gibt und den einzigen Retter, auf den je Verlass sein wird: Sich selbst.
Wenn es also ein Argument für das Manifestieren gibt, dann ist es dieses: Es gibt keine Alternative dazu. Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen (oder je nach externer möglicherweise manipulativer Auslegung: noch nicht ausreichend bekehrt) und kann sich am Ring durch die Manege ziehen lassen. Das Ergebnis unserer Handlungen und Entscheidungen im Leben wird immer das Ergebnis von vorprogrammierten Gedanken als Vorstufe sein, nebst Glück, Schicksal, Zufällen oder Fügungen. Aber vielleicht hängen letztere ja auch von unseren Gedanken ab?



