Freischwebende Intelligenz

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Wenn Krieg nicht reicht – hilft dann nur noch die Pest?

Ein medienanalytischer Blick auf den Pestfall in Sibirien und warum ich ihn ernst nehme.

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Milosz Matuschek
Okt. 11, 2026
∙ Bezahlt
Die “Russen-Pest”: Genau das Narrativ, das es gerade braucht (Bild: KI)

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Mal ehrlich: Wenn in Sibirien jemand an einer ungeklärten Lungenentzündung stirbt, müsste ich darüber nicht schreiben, und Sie müssten es nicht lesen.

Doch dieser Fall liegt etwas anders. Laut regionalen Medienberichten könnte sich die 28-jährige Mitarbeiterin des Biohochsicherheitslabors in Irkutsk, Daria Shipilova, mit Lungenpest infiziert haben, nachdem im Labor ein Reagenzglas zerbrochen war. Russland dementiert, ein paar Krankenhäuser wurden trotzdem unter Quarantäne gesetzt (inzwischen aufgehoben). Allerdings: Jährlich sterben 60-80 Menschen weltweit an der Pest. Vor hundert Jahren waren es noch Hunderttausende, überwiegend in Indien. Man könnte also gerade auch über das Dengue-Fieber in Florida berichten. Oder über neue Ebola-Fälle aus Kenya.


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Warum also interessiert der (von russischer Seite immer noch dementierte) mutmassliche Pesttod einer Forscherin in einem Hochsicherheitslabor?

Nun, vor allem weil Russland im Krieg ist und zwar, wenn man Friedrich Merz glauben will, “mit Europa”. Und im Krieg ticken die Uhren nochmals anders. Jede Meldung, die den Gegner schwächt, ist im medialen Krieg ein informatorischer Marschflugkörper. Schon aus diesem Grund braucht es die “Russenpest” (BILD).

Krieg & Pest: Zwei Schablonen übereinander

Bisher konnte man grob davon ausgehen, dass das Kriegsplanbuch das Pandemieplanbuch abgelöst hat. Von Affenpocken bis Hanta hat nichts mehr wirklich medial gezogen. Die Pandemieaufmerksamkeitsdrüse ist leer gepresst. Nach Corona kam die Ukraine, nach dem Virus der “neue Feind”: Russland. Doch das Thema Krieg zieht gerade nur bedingt (trotz der neuen Vorliebe einiger Politiker für Tarnfleckoutfits), es herrscht Kriegsmüdigkeit und Verweigerungshaltung. Junge Menschen gehen gegen Wehrpflicht und Krieg auf die Straße. Statt “im Gleichschritt Marsch!” empfiehlt man Merz: “Leck Eier!”

Sowohl das Thema Krieg als auch das Thema Pandemie brauchen also gerade einen “Booster”. Für Narrative gilt wie für Viren: die Mikrobe (das Thema) ist nichts, das Umfeld ist alles. Wäre es da nicht passend, wenn man beide Schablonen mal übereinander legt, nach dem Motto “doppelt hält besser”? Dann sind wir im Feld der Biologischen Kriegsführung. Erst war das Virus der Feind, jetzt kommt ein gefährliches Bakterium “vom Feind”. Ein zu schönes Narrativ, um es nicht propagandistisch auszuschlachten und gross zu machen. Die Pest (der “schwarze Tod”) hat im Mittelalter in Europa eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, allein der Begriff aktiviert tiefsitzende Traumata und Ängste.

In der Politik gibt es keine Zufälle. Und wenn sich medial auf einmal zu viele “Zufälle” ereignen, sollte man immer hellhörig werden.

Themensetzung

Die Themensetzung ist das Signal. Die Tagesschau berichtet. Washington ist „very concerned”, Peking ebenfalls, die WHO beobachtet, wartet auf Antworten. Wenn sich alle drei gleichzeitig für einen Todesfall in Sibirien interessieren, ist das entweder ein ernstes medizinisches Signal oder ein ernstes politisches. Ganz sicher ein ernstes mediales.

Verankerung

Das Signal braucht jetzt einen Anker: Taylor Swift und Selenskyi brachten den Begriff “Patient Zero” quasi zeitgleich mit dem Laborunfall in die Google Trends. Das Bild von Putin als “Patient Zero” des Krieges ist zudem mindestens halbschief. Der “Patient Zero” ist in der Regel das erste Opfer einer Krankheit, nicht der primäre Feind. Vielleicht hängt so ein Bild nach ein paar Linien Kokain ja auch gerader. Swifts Liedtext Patient Zero passt auch nur gewaltsam logisch auf das Thema des Lieds, irgendwas mit Liebeskummer. Jedenfalls bemerkenswert: Als in Wuhan etwas aus einem Labor entwich, galt jede Frage danach jahrelang als Verschwörungstheorie. Bei Irkutsk beantwortet man die Frage, bevor sie gestellt ist.

Das Framing

Noch wichtiger ist aber, dass es eine Narrativ-Blaupause gibt, quasi ein Drehbuch. Etwas, das die Phantasie anregt. Dieses Szenario liefert die Mainstream-Journalistin Annie Jacobsen auf dem Silbertablett.

Ihr Buch “Biological War” (nach “Nuclear War”) erschiem am 28. Juli, sie war in den letzten Wochen willkommener Gast in diversen Nachrichtensendungen. Man erinnert sich: Während Corona lief parallel ein Film zur Pandemie, wie bestellt. Klaus Schwab brachte zeitnah das Buch “Great Reset” heraus. Programmatische Halbfiktion als Vorbereitung auf Fakten sind für mich kein Zufall, sondern ein Genre. Die Narrativsetzung ist die mediale Leitplanken-Errichtung, innerhalb derer das Problem und die Lösung diskutiert werden dürfen.

Jacobsens Szenario geht so (meine Kommentare in Klammern):

  • Im Hochsicherheitslabor (BSL-4) des russischen Vector-Instituts in Kolzowo, Sibirien kommt es in einer kalten Januarnacht zu einer Explosion. Dabei gelangt eine synthetisch veränderte Variante von Yersinia pestis ins Freie. (Alles drin: Sibirien, Yersinia pestis, ein Hochsicherheitslabor, und natürlich ist es bitterkalt im Januar - Winter is coming).

  • Die Ansteckungsfähigkeit ist massiv erhöht: statt der natürlichen Reproduktionszahl von 1,3 bis 3,5 folgt ein Wert von durchschnittlich 11, in engen Räumen bis zu 44 Folgeinfektionen pro Person. (Was könnte man als Staat da nur tun, um die Kurve flach zu halten: Lockdowns, Kriegsrecht und Ausnahmezustand vielleicht, Verschiebung der nächsten Wahlen?)

  • Die eingebaute Falle: Der Erreger trägt virales Fremdmaterial, das durch die Antibiotikagabe erst aktiviert wird und zum Tod führt. Die Behandlung tötet bereits den Patienten, nicht die Krankheit. (Ergo: Antibiotika nicht nur wirkungslos sondern böse, es braucht was anderes. Was könnte das nur sein? Ein Impfstoff vielleicht?)

  • Jacobsens Patient Zero ist ein Wissenschaftler des Instituts, der in eine Kirche geht und dort die nächste Kohorte ansteckt, bevor er sich in den Wald zurückzieht.

  • Zehn Jäger finden ihn, infizieren sich und fliegen über Nowosibirsk in alle Welt. (Wohin sonst, wer geht schon nach dem Jagdausflug mit seiner Beute nach Hause?)

  • Ein Unternehmer und seine Söhne tragen den Erreger nach Santo Domingo, Hunderte Ansteckungen in einem Fitnessstudio und Restaurant sind die Folge.

  • Ein Jäger aus Sibirien tanzt mit 39 Grad Fieber in einer Frankfurter Diskothek und besteigt dann einen Flug nach Dallas mit 420 Passagieren, an Bord bricht die Lungenpest aus. (An dieser Stelle müsste Hollywood meines Erachtens etwas nachbessern: Sibirien, Frankfurt, Dallas…).

  • In Los Angeles löst ein Superspreader-Ereignis unter 44 Obdachlosen auf der Skid Row eine Kettenreaktion aus. (Die Elite wird es freuen, endlich räumt etwas das Elend weg).

  • Moskau erklärt den Ausbruch mit verseuchtem Murmeltierfleisch von einem Markt und rückt den Gencode nicht heraus. (Von der Fledermaus aus Wuhan zum Murmeltier in Sibirien klingt wenig kreativ, aber Propaganda braucht Wiedererkennung).

  • Ein automatisierter Bluttest in Los Angeles meldet ein harmloses Bakterium, die entscheidenden Tage gehen verloren.

  • Die nationalen Antibiotikareserven reichen für einen Bruchteil der Bevölkerung.

  • Plünderungen von Apotheken, Schiessereien an den Ausgabestellen, Unruhen

  • Ausbrüche auf einem Kreuzfahrtschiff und einem Flugzeugträger, beide unter Quarantäne (kennt man irgendwie schon).

  • Washington aktiviert Katastrophen- und militärische Kontinuitätspläne, inklusive Regierungsverlagerung.

  • Ende im «Biological Twilight»: Zusammenbruch der demokratischen Ordnung, der medizinischen Versorgung und der Infrastrukturen.

Die Lösung: Lecker mRNA aus Israel?

Einen möglichen Helden gäbe es auch schon. Israelische Forscher haben im Jahr 2023 einen Impfstoff gegen Yersinia pestis auf mRNA-Basis herausgebracht, zu 100% wirksam bei Mäusen. Forschung direkt aus dem Büro des Premierministers, wo noch die Pfizer-Spritze als Trophäe steht. Netanyahu lieferte damals als erster sein Volk zu Testzwecken an Pfizer aus. Der Geburtenrate hat es (zumindest dort) nicht geschadet. Bald ist Wahl in Israel. Für das beschädigte Image reicht vermutlich ein israelischer Klempner nicht aus, der ein Passagierflugzeug vor dem Absturz rettet. Und mal ehrlich, mRNA aus Israel: Wer würde da nicht Schlange stehen?

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Peter A. McCullough, MD, MPH®@P_McCulloughMD
Bioweapons Exist: Reporting Them Is Not a Grift Anthrax in 2001, Aerosolized Ebola in 2015, and SARS-CoV-2 in 2020 were Dual Use [infectious agent + vaccine] Research of Concern. US, Israel, and Russia are likely conducting DURC on Yersinia pestis. If an antibiotic resistant …
8:30 PM · Oct 8, 2026 · 27K Aufrufe

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