Darf der Staat unmoralisch handeln? Ein Streitgespräch.
Oder präziser: Darf er, was wir uns selbst verbieten?
Darf der Staat unmoralisch handeln? Die eigentliche Provokation liegt woanders: Wann hat er es je nicht getan? Und wäre es nicht schon ein zivilisatorischer Fortschritt, wenn er sich wenigstens ans eigene Recht hielte?
Doch hinter aller Polemik lauert die entscheidende Frage: Gibt es für die Macht eine andere Moral als für den Einzelnen? Einen Rabatt auf das Gewissen? Eine Lizenz zur Ausnahme?
Hannah Arendt hat den Gehorsam entzaubert: „Es gibt keine moralische Pflicht zu gehorchen.“ Wenn das stimmt, dann folgt daraus die unangenehme Gegenfrage: Wer verleiht dann das moralische Recht zu herrschen?
Vielleicht ist genau das der blinde Fleck moderner Gesellschaften: dass sie Macht für notwendig halten — und ihr deshalb mehr erlauben, als sie jemals einem Menschen zugestehen würden.
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Dieses Streitgespräch setzt hier an. Nicht bei der Tagespolitik, nicht bei Empörung oder Parteilichkeit, sondern bei der nackten Frage nach den Bedingungen von Herrschaft selbst.
Was meinen Sie? Darf der Staat im Ausnahmefall die Regeln brechen oder zeigt sich gerade darin seine Grenze? Gibt es eine Moral der Macht oder nur die Moral, die auch für alle anderen gilt?
Es diskutieren: Ralf & Rico.
Aber zuvor dürfen Sie abstimmen:
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Zur Debatte:
Darf der Staat unmoralisch handeln?
PRO: Ralf
CONTRA: Rico
Und nun zur Gegenabstimmung:
Biografie:
Ralf und seine Frau sind schon vor sieben Jahren ausgewandert. Sie leben seitdem in einem Dorf in den Bergen im Süden Bulgariens. Von dort arbeiten sie mit ihren Kunden online und offline daran, die Arbeit im Office mit zeitgemäßen Methoden und digitalen Werkzeugen (dazu gehört natürlich auch KI) flüssiger und entspannter zu machen.
Rico lebt seit mehreren Jahren auf Mallorca und entwickelt von dort aus intelligente, geodatenbasierte Systeme. Nach über drei Jahrzehnten in Softwareentwicklung, Softwarearchitektur und Unternehmertum baut er leistungsfähige B2B APIs und Plattformkomponenten für Geofencing, Geocoding und räumliche Entscheidungsmodelle. Gleichzeitig unterstützt er Organisationen dabei, komplexe Geodaten und große Datenbestände in belastbare, performante Spatial-Intelligence-Systeme zu überführen – klar gedacht, pragmatisch umgesetzt, ergebnisorientiert. Mehr auf seiner Homepage.
Sie wollen auch debattieren oder sogar jemanden herausfordern? Mehr zum Format gibt es hier, schreiben Sie an milosz@pareto.space
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Weiterdiskutiert werden kann in den Kommentaren, für Abonnenten gibt es den Chat:






Rico geht davon aus, dass es in jedem Fall eine moralische Handlungsoption gibt. Auch eine Einzelperson kann in ein moralisches Dilemma geraten, wie Ralf ausgeführt hat: zum Beispiel wenn man bei einem Bergunfall nur eines von zwei Mitgliedern einer Bergseilschaft retten kann. Jede Entscheidung für eine Person scheint unmoralisch, am unmoralischsten wäre hingegen nichts zu tun, also keinen zu retten, sondern nur sich selbst. Am moralischsten scheint es, zu versuchen, beide zu retten. Doch wenn außer "höchsten Motiven" (moralischer Selbstüberschätzung) nichts für einen Erfolg spricht, ist es verantwortungslos - und damit wiederum unmoralisch. Die von Rico geschilderten Fälle (z.B. 1933) liegen eigentlich anders, es gab ganz offensichtlich kein moralisches Dilemma, sondern viele Handlungsoptionen, von denen eine sehr schlechte gewählt wurde. Fakt ist aber auch, dass weder eine Einzelperson noch ein hierarchisches System in jeder Situation über vollständiges Wissen über alle Handlungsoptionen und deren Ausgang verfügt. Unmoralisch wird eine Handlung nur dann, wenn eine Entscheidung – wider besseres Wissen oder aus niederen Beweggründen (dazu gehören auch moralische Selbstüberhöhung und Amtsanmaßung) – getroffen wird. Eine Einzelperson muss ihre Entscheidung letztlich vor ihrem Gewissen rechtfertigen (wobei auch das nicht fehlerfrei ist) oder ggf. vor Gericht. Ein Staat hat per se kein Gewissen, ihm bleibt nur die Option des Rechts, daher ist Transparenz aller Entscheidungen oberstes Gebot. Alles in allem bin ich mehr bei Ralf, da Ricos Argumentation die wirklich schwierigen Fälle gar nicht betrachtet. Wenn man meiner Definition von "unmoralisch" oben folgt, sollten jedoch weder Einzelne noch Staaten so handeln. Die Diskutanten müssen sich zu Beginn auf eine Definition von Moral einigen, sonst geht die Diskussion ins Uferlose.
Über den "Ausnahmezustand", der bewusst erzeugt wird, um ein passendes Dilemma zu erzeugen und "alternativlos" zu herrschen.
Dabei wird Demokratie einfach beseitigt - angeblich in ihrem Namen.
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Trolley-Problem
https://de.wikipedia.org/wiki/Trolley-Problem