Das alte Buch über unsere Gegenwart
Warum Aldous Huxley uns heute mehr betrifft als seine eigene Zeit. Rezension von "Zeit der Oligarchen"
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“Noch nie haben so wenige über so viele geherrscht.”
Dieser Satz klang schon bei Aldous Huxley vor achtzig Jahren wahr. Heute klingt er noch wahrer.
Huxley schrieb seinen Essay Science, Liberty and Peace im Jahr 1946, kurz nach Hiroshima. Die Welt hatte gerade erlebt, dass technischer Fortschritt nicht nur Glühbirnen und Antibiotika hervorbringt, sondern auch Pilzwolken. Der Mensch hatte die Natur nicht nur zu seinem Werkzeug gemacht – er hatte auch entdeckt, dass er damit sich selbst auslöschen kann.
Huxleys Buch ist deshalb kein Zukunftsroman wie Brave New World, sondern eine nüchterne Analyse der politischen Konsequenzen des Fortschritts. Die Frage, die ihn umtreibt, lautet:
Was passiert mit der Freiheit, wenn Technologie die Macht konzentriert?
Eine Frage, die heute dringlicher wirkt als damals.
Denn in den letzten Wochen ist mehr passiert, als in alle Zeitungen der Welt passen würde. Gerade in Zeiten des Krieges – oder des beginnenden Konfliktes, wie jetzt im Iran – werden die Machtstrukturen besonders sichtbar. Plötzlich scheint jedes Ereignis Teil eines größeren Spiels zu sein.
Wovon sollen die Epstein Files ablenken?
Wovon soll der Iran-Krieg ablenken?
Die Gegenwart ist voller solcher Fragen. Als wäre jedes Ereignis nur noch als Ablenkung denkbar, nicht mehr als Ereignis. Als würde die Wirklichkeit hinter einem permanenten Vorhang aus Narrativen stattfinden.
Und doch ist genau diese Fragestellung der Schlüssel zum Verständnis.
Denn nur wenn man versucht, alles gleichzeitig zu betrachten, beginnt sich ein Muster abzuzeichnen.
Geht es am Ende um das Öl der Daten, das zu Firmen wie Oracle wandert? Um das Gold der Personaldaten von Facebook, das sich ideal für digitale Identitäten eignet? Geht es um programmierbares Geld, um CBDCs, um den Aufbau eines medizinalhygienischen Überwachungsstaates, der jeden Schritt des Bürgers registrieren kann?
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Huxley erinnert uns daran, dass die größte Schwachstelle moderner Gesellschaften nicht die Technologie ist, sondern der Glaube an den Fortschritt durch Technologie.
Dieser Glaube wirkt wie ein religiöses Dogma. Man nimmt an, dass jede technische Innovation automatisch eine Verbesserung bedeutet. Dass mehr Effizienz auch mehr Freiheit bringt.
Huxley widerspricht.
Er weist darauf hin, dass technologischer Fortschritt ungleichmäßig sein kann. Es kann Phasen geben, in denen die Machthaber ein überproportionales Arsenal an technischen Mitteln besitzen – Mittel der Kontrolle, der Überwachung, der Propaganda. Der normale Bürger hat dem wenig entgegenzusetzen.
In früheren Jahrhunderten war Herrschaft erstaunlich ineffizient. Könige konnten Befehle erteilen, aber sie hatten kaum Mittel, jeden Untertan tatsächlich zu kontrollieren. Verwaltung war langsam, Kommunikation begrenzt, Gewalt schwer zu koordinieren. Diese Ineffizienz war paradoxerweise ein Schutz der Freiheit.
Moderne Technologie hat dieses Schutzschild zerstört. Panzer, Bomber, Überwachungstechnologien – Huxley nennt sie nüchtern. Sie ermöglichen eine Form der Herrschaft, die früheren Tyrannen unmöglich gewesen wäre. Wenn Macht heute zentralisiert wird, kann sie mit einer Präzision ausgeübt werden, die beunruhigend ist.Hinzu kommt eine zweite Macht: die Macht der Presse.
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Huxley beschreibt bereits in den vierziger Jahren, dass Medien selten völlig unabhängig sind. Sie hängen entweder vom Staat ab oder von industriellen Sponsoren. In beiden Fällen spiegeln sie letztlich eine gewollte Realität wider.
Die Nachrichten werden nicht unbedingt erfunden – aber sie werden kuratiert. Der Bürger erhält ein Abbild der Wirklichkeit, das den Interessen der Macht nicht widerspricht.
Die Schweiz hat sich kürzlich entschieden, diese Realität besonders komfortabel zu finanzieren. Die Mehrheit scheint es vorzuziehen, ganze Lügen nicht einmal zum halben Preis zu bekommen – sondern zum vollen Tarif eines journalistischen Konglomerats, das handwerklich wie intellektuell zunehmend defizitär wirkt. In solchen Zeiten ist Huxleys Buch eine Art Fernrohr.
Es erlaubt, aus der turbulenten Gegenwart herauszuzoomen und größere Maßstäbe zu betrachten. Es stellt die Frage, wie wir unter diesen Bedingungen leben und arbeiten können. Während viele moderne Bücher nur das Problem beschreiben, wagt Huxley auch einen Blick auf die Lösung. Und diese Lösung ist erstaunlich unspektakulär.Sie heißt Dezentralisierung.
Huxley erkennt, dass jede Bewegung zur Zentralisierung früher oder später eine Gegenbewegung hervorruft. Geschichte bewegt sich selten linear. Sie schwingt wie ein Pendel. Je größer und mächtiger zentrale Systeme werden, desto stärker wächst irgendwann das Bedürfnis nach Autonomie. Die Dezentralisten treten auf den Plan.
Für Huxley besteht der wirksamste Widerstand nicht im gewaltsamen Aufstand. Die technische Überlegenheit moderner Machtapparate macht solche Revolten aussichtslos. Die Alternative ist eine andere Form des Widerstands: gewaltfreier Widerstand und der Aufbau von Parallelstrukturen. In dieser Hinsicht wirkt Huxley wie ein geistiger Vorläufer von Václav Havel. Auch Havel glaubte, dass die stärkste Opposition gegen ein System nicht im Kampf gegen es liegt, sondern im Aufbau einer anderen Realität.
Parallelgesellschaften. Unabhängige Institutionen. Alternative Wirtschaftsformen. Huxley denkt dabei an genossenschaftliche Strukturen, an lokale Kooperationen, an alternative Wirtschaftskreisläufe. Systeme, die nicht auf Zentralisierung beruhen, sondern auf Gemeinschaft und Selbstorganisation.
Eine solche Ökonomie ist vielleicht weniger effizient. Aber sie ist freier. Und genau deshalb ist Huxleys Buch für viele, die heute an neuen Strukturen arbeiten, erstaunlich ermutigend.Es wirkt wie ein freundliches Tätscheln auf die Schulter mit den Worten: “Ihr seid auf dem richtigen Weg.”
Denn überall entstehen heute solche Initiativen. Genossenschaftsbanken. Genossenschaftsverlage. Alternative Heilverbände.
Neue publizistische Plattformen, die zensurresistent arbeiten wollen. Projekte wie Pareto oder Initiativen wie die Friedenstaube gehören zu diesen Experimenten. Sie alle teilen denselben Geist: den Wunsch, anders zu leben und anders zu arbeiten.
Huxley bestätigt eine Intuition, die viele dieser Menschen teilen. Es reicht nicht aus, sich ständig am Alten abzuarbeiten. Die stärkere Kraft liegt im Aufbau des Neuen.
Natürlich glimmt die Flamme des Freiheitswillens manchmal erschreckend schwach. Ein Blick auf Schweizer Abstimmungen zur E-ID, zu Corona-Maßnahmen oder zum Bargeld zeigt, wie bereitwillig viele Menschen Macht abgeben. Doch gleichzeitig zeigen sich neue Möglichkeiten.
Dezentrale Strukturen verteilen Macht. Sie wirken der Zentralisierung entgegen. Sie schaffen Räume, in denen Freiheit wieder wachsen kann.
Huxleys Essay entstand in einer Zeit, in der die Menschheit gerade demonstrativ gezeigt bekommen hatte, wozu sie technisch fähig ist. Hiroshima war nicht nur eine militärische Entscheidung – es war auch ein Signal. Ein Signal, dass Technologie schneller zerstören kann, als sie heilen kann.
Heute stehen wir vor neuen Rätseln. Wie lässt sich Militarisierung zurückdrängen?
Wie kann der aufkommende Tech-Feudalismus überwunden werden?
Wie kann der Freiheitswille wieder aufflammen? Vielleicht beginnt die Antwort nicht mit großen Revolutionen. Vielleicht beginnt sie mit kleinen Beispielen.
In einer Zeit der Spaltung, der ideologischen Konflikte, der Verengung von Debattenräumen und der algorithmischen Modellierung von Meinungen besteht die radikalste Handlung manchmal darin, einfach das zu tun, was man tun kann.
Ein Projekt gründen. Eine Initiative starten. Eine neue Form des Zusammenlebens ausprobieren. Allein schon durch das Beispiel entsteht eine neue Frequenz in der Welt. Ein Signal. Ein Statement des Mutes.
Und die leise Gewissheit, dass diese Gegenkräfte existieren.
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Das erinnert mich an ein Muster aus der Softwareentwicklung, das „Strangler Fig Pattern“ heißt (https://martinfowler.com/bliki/StranglerFigApplication.html).
In der IT haben wir gelernt, dass man alte, überladene Systeme selten mit einem großen Knall ersetzt. Stattdessen baut man neue, schlankere Teile neben das alte System, verlegt nach und nach Funktionen dorthin und am Ende bleibt vom Alten nur noch eine Hülle übrig. Kein heroischer Totalabriss, eher ein ruhiges, konsequentes Herauswachsen.
Genau dieses Muster sehe ich in deinem Text auf gesellschaftlicher Ebene. Wir leben in einer Art Alt-System aus Zentralbanken, Leitmedien, Überwachungsapparaten und technokratischen Strukturen. Die naheliegende Fantasie ist dann: Revolution, alles umwerfen, kompletter Neustart. In der Software wissen wir aber, wie selten solche Big-Bang-Neuanfänge funktionieren. Die Komplexität ist zu groß, die Abhängigkeiten zu zahlreich, und der Laden muss währenddessen weiterlaufen. Der nachhaltigere Weg ist schrittweise: neue Strukturen schaffen, die konkrete Probleme besser lösen, sodass Menschen sich freiwillig dorthin bewegen.
Deine Parallelstrukturen für mich perfekt zur Logik hinter dem Softwaremuster: Genossenschaften, alternative Medien, lokale Netzwerke, neue Zahlungswege, Projekte wie Pareto oder Initiativen wie die Friedenstaube sind wie neue Bausteine, die nach und nach Aufgaben des alten Systems übernehmen: Information, Finanzierung, Gesundheitsversorgung, Gemeinschaft. Das Alte läuft noch, verliert aber Stück für Stück Bedeutung.
Und wie in der Software gilt auch hier: Architektur folgt Organisation. In unserem Bereich sagen wir, Systeme sehen so aus wie die Teams, die sie bauen. Übertragen auf deine Analyse heißt das: Wenn wir wirklich mehr Freiheit wollen, reicht neue Technik allein nicht. Dann brauchen wir auch andere Formen des Zusammenlebens, der Entscheidungen, der Verantwortung. Weniger blindes Vertrauen in zentrale Stellen, mehr Beteiligung und Selbstorganisation. Huxleys Dezentralisierungsidee wirkt für mich genau wie so ein Strangler-Muster auf Gesellschaftsebene: Nicht das Alte spektakulär stürzen, sondern so viel Neues und Besseres aufbauen, bis das Alte von selbst überflüssig wird.
Die Beschreibung des Deep State stammt von der Plattform Telegram. Es erklärt Trumps Krieg gegen den Iran